Engineering-Tools für die Antriebstechnik Am laufenden Band #####

In der Antriebstechnik gewinnt die Software zunehmend an Bedeutung – besonders in der Projektierung von Automatisierungsanlagen. »Sizer«, »Starter« und »Scout« bilden eine einheitliche Workbench, um Antriebe auszulegen und in Betrieb zu nehmen.

In der Antriebstechnik gewinnt die Software zunehmend an Bedeutung – besonders in der Projektierung von Automatisierungsanlagen. »Sizer«, »Starter« und »Scout« bilden eine einheitliche Workbench, um Antriebe auszulegen und in Betrieb zu nehmen.

Mit »Sinamics» bezeichnet Siemens eine neue Antriebsgeneration, welche auf einer gemeinsamen technischen Plattform in Hinblick auf Soft- und Hardware basiert. Mithilfe zweier durchgängiger Engineering-Tools lassen sich Automatisierungslösungen über alle Antriebsausprägungen hinweg realisieren: »Sizer« ist für die Antriebsauslegung gedacht, »Starter« für die Antriebsinbetriebnahme. Mit Sizer können Ingenieure individuelle Antriebslösungen auf der Basis von Sinamics-Antrieben konzipieren. Mit Starter werden diese Antriebslösungen anschließend parametriert, in Betrieb genommen, getestet und optimiert.

Sizer ist das Projektierungs-Tool für alle Sinamics-Antriebe, unabhängig davon, ob es sich um einen drehzahlgeregelten Einzelantrieb für Pumpen- und Lüfteranwendungen, um einen hoch genauen Antrieb für durchlaufende Warenbahnen oder um ein hoch dynamisches Mehrachs-Servoantriebssystem für Motion-Control-Anwendungen handelt. Damit können alle Antriebe einer Maschine oder auch Anlage unter der gleichen Oberfläche und im gleichen Projekt bearbeitet werden.

Aus dem Blickwinkel des Anwenders

Zur Unterstützung der unterschiedlichen Anwendergruppen bietet die Software Hilfestellungen an. Eine Projektierung wird in vorgegebenen Projektierungsschritten maskengeführt abgearbeitet. Statusinformationen zeigen stets den Projektierungsfortschritt. Auf diese Weise kann der Benutzer keine Eingabe vergessen. Ein Hilfesystem gibt Erläuterungen zu allen Eingaben und unterstützt den Anwender bei der Auswahl einer geeigneten Antriebskonfiguration für seine Antriebsaufgabe. Zum leichteren Einarbeiten ist eine »Guided-Tour« mit animierten Inhalten eingebunden.

Bei der Projektierung unterschiedlicher Antriebsaufgaben bietet Sizer den benötigten Funktionsumfang skalierbar an und erfolgt aus dem Blickwinkel des Anwenders. So nutzt das Tool bei der Berechnung der Lastdaten auf die aktuelle Aufgabe zugeschnittene Assistenten. Für viele typische Anwendungen, wie z.B. Fahr- bzw. Hubwerke oder Spindelantriebe stellt Sizer standardisierte Vorgehensweisen und Lösungsvorschläge zur Auswahl, wobei auch die im Programm verwendete Terminologie der Aufgabenstellung entspricht. Die Auslegung der Motoren und Leistungskomponenten ermittelt die Software eigenständig auf der Basis der berechneten Lastdaten. Alternativ kann der Anwender die Komponenten aber auch direkt auswählen.

Die Konfiguration weiterer Systemkomponenten, wie z.B. Drosseln und Filter bis hin zum Zubehör und der Verbindungstechnik, wird bei der Projektierung mit Sizer berücksichtigt. Es werden jeweils genau die für die verschiedenen Antriebsausprägungen benötigten Komponenten angeboten und damit die rasche Komplettierung der Projektierung zu einem vollständigen Antriebssystem sichergestellt.

Mit der Projektierung der Antriebe in Sizer ist das Antriebsmengengerüst im System bekannt. Das Tool kann nun anhand des Steuerungs- und Regelungsbedarfs die benötigte Rechenleistung für Regelung und Steuerung (Sinamics, Simotion, Sinumerik) ermitteln. Dabei schlägt es auch vor, wie die »Regelungsintelligenz « auf die Recheneinheiten (Control Units) des Antriebssystems verteilt wird. Zur Vervollständigung der Automatisierungslösung lassen sich die benötigten Operator-Panels, Peripheriemodule und eine große Auswahl weiterer Systemoptionen direkt in Sizer projektieren.

Die Auslegung mit Sizer lässt sich anhand automatisch errechneter Ergebnisdarstellungen (z.B. Kennlinien, Lastverläufe oder Maßbilder) verifizieren. Weitere Übersichtsdarstellungen und Projektierungsergebnisse informieren über die eingegebenen und die daraus abgeleiteten, berechneten Daten bis hin zum erforderlichen Platzbedarf der Komponenten im Schaltschrank. Die Stückliste mit den zugehörigen Bestelldaten wird entsprechend der Auslegung zusammengestellt. So kann die gesamte Auslegung im Sinne einer Komplettdokumentation für den Kunden sowohl ausgedruckt als auch in Form aufgabengerechter Datensätze für die weitere Projektabwicklung bereitgestellt werden. Dadurch, dass die Stückliste im Bestellprozess direkt weiterverwendet wird, trägt sie dazu bei, Fehlbestellungen zu vermeiden, denn die Importmöglichkeiten in den elektronischen Siemens-Katalog erlauben die weitgehende Automatisierung der Bestellung.