Abschalten ohne Schlag #####

Das abrupte Abschalten eines Pumpenmotors führt insbesondere in Systemen mit langen Rohrleitungen und großen Förderhöhen zu Druckschlägen infolge so genannter „Wasserhämmer“ und damit zu einem erhöhten Verschleiß der Ausrüstung.

Das abrupte Abschalten eines Pumpenmotors führt insbesondere in Systemen mit langen Rohrleitungen und großen Förderhöhen zu Druckschlägen infolge so genannter „Wasserhämmer“ und damit zu einem erhöhten Verschleiß der Ausrüstung. Durch spezielle Regel-Algorithmen in Sanftanlassern lassen sich diese Druckschläge vollständig beseitigen.

Das Anlassen der meisten Pumpen erfolgt immer noch mit Hilfe herkömmlicher elektromechanischer Methoden – zum Beispiel durch direktes Einschalten oder einen Stern-Dreieck-Anlauf. Beim direkten Einschalten eines Motors entsteht ein Anlaufstrom, der das Vier- bis Achtfache des Motor-Nennstroms betragen kann. Der Motor setzt sich demzufolge ruckartig mit dem bis zu 1,5-fachen Nenndrehmoment in Bewegung. Dieser ruckartige Start mit erhöhtem Drehmoment führt zu einem hohen Verschleiß der nachgeschalteten Mechanik wie Wellen, Riemen, Lager und Zahnräder. Durch die hohe Einschaltstromspitze erlauben die meisten Energieversorgungs-Unternehmen diese Startmethode an öffentlichen Netzen auch nur für Motoren bis 7,5kW (zirka 15Abei 400 V).

Der Stern-Dreieck-Anlauf verringert den Anlaufstrom dadurch, dass die Wicklungen des Motors beim Start im Stern geschaltet sind. Der Startstrom bewegt sich dabei in der Größenordnung des zwei- bis vierfachen des Motor-Nennstroms. Allerdings besitzt der Motor in Sternschaltung nur etwa die Hälfte des Nenndrehmoments. Ergo eignet sich diese Schaltung nur für Anläufe, bei denen nicht das volle Drehmoment des Motors vonnöten ist. Außerdem muss der Motor zur Erreichung des vollen Drehmoments nach dem Anlauf in die Dreieck-Schaltung umgeschaltet werden. Diese Umschaltung, bei der der Motor kurzzeitig spannungslos ist, führt häufig zu hohen mechanischen Übertragungsspitzen und zu Stromspitzen, die in manchen Fällen sogar Werte erreichen können, die höher sind als beim Direktanlauf. Alles in allem erweist sich die Stern-Dreieck-Schaltung als recht aufwendig; in der Regel besteht sie aus drei Schützen (Haupt-, Stern- und Dreieck-Schütz), einem Überlastrelais für den Motorschutz und einem Zeitrelais zum Einstellen der Anlaufzeit in Sternschaltung (Anlassposition) sowie zur Steuerung des Umschaltvorganges vom Stern ins Dreieck.