Solectrix 3D-Kamera im Höhenflug

Für 3D-Aufnahmen aus ungewöhnlichen Blickwinkeln sorgt die Montage der SinaCAM an einen Multikopter.
Für 3D-Aufnahmen aus ungewöhnlichen Blickwinkeln sorgt die Montage der SinaCAM an einen Multikopter.

Moderne digitale Profi-Filmkameras sind kleine Hochleistungsrechner, die verschiedensten Anforderungen genügen müssen. Als Beispiel eines solchen Systems dient die ProCam-Plattform des Nürnberger Entwicklungsdienstleisters Solectrix, der sich auf die Entwicklung von Embedded Systemen mit dem Schwerpunkt Kameratechnik spezialisiert hat.

»Wir können vieles besser als die anderen, insbesondere wenn es um Anwendungen mit hohen Datenraten in der Bildverarbeitung geht« war nach Stefan Schütz der Vorsatz, mit dem er das Unternehmen zusammen mit Lars Helbig im Jahr 2005 gegründet hat. Am Anfang seien die Aufträge dementsprechend elektroniklastig gewesen - es ging hauptsächlich um Boards. Mittlerweile entwickeln die 50 Mitarbeiter von Solectrix vor allem Komplettsysteme, bei Bedarf auch inklusive mechanischer Bauteile und Gehäuse. Damit ist das Unternehmen nach eigenen Angaben einer der wenigen Entwicklungsdienstleister, die einen solchen Service anbieten. Solectrix versteht sich als »Systemhaus« und unterstützt somit die Kunden in einer Art Life-Cycle-Management bei der Planung, Entwicklung, Fertigung, Produktion und Weiterentwicklung ihres Systems. Auch den Bau und den Test von Prototypen übernimmt Solectrix. Dafür wurde Ende 2008 die Produktions- und Vertriebsfirma Solectrix Systems gegründet. Ohne Bestückungsmaschinen werden dort Kleinserien bis zu 1000 Stück gefertigt. Darin besteht jedoch nicht das Hauptgeschäft. »Die Solectrix Systems ist aus Kundenbedürfnissen heraus entstanden« erklärt Jürgen Steinert, Managing Director von Solectrix.

 

Jeder Auftrag ist anders und die Anforderungen an das Entwicklerteam hängen stark von den Vorgaben der Auftraggeber ab. So entwickelt Solectrix je nach Kundenwunsch nicht nur die Hardware, sondern auch die Software für das neue System. Manche Firmen haben nur eine grobe Vorstellung vom Ergebnis oder benötigen nur für ihre Zwecke angepasste Elektronik, weil sie zwar das Look & Feel ihres Produkts prägen oder behalten wollen, aber das nötige Knowhow für verschiedene Bereiche der Umsetzung fehlt. Andere stellen zu ihrem Auftrag ein fast  komplettes Lastenheft bereit oder geben als einzige Rahmenbedingung die Entwicklungskosten an. So verschieden wie die Kunden ist damit auch der Zeit- und Personalaufwand. Bereits zwei Entwickler können ein Team bilden, das bei großen Projekten auch auf 20 Mitarbeiter anwachsen kann. Ein Projekt für einen Kunden aus der Industrie läuft durchschnittlichen zwischen drei und 18 Monate. Medizintechnische Projekte dauern länger, etwa 2 bis 3 Jahre.

Geht eine Anfrage für ein neues Projekt bei einem der Geschäftsführer ein, führt der zuständige Fachprojektleiter zusammen mit anderen Mitarbeitern aus den jeweils erforderlichen Qualifikationsfeldern eine komplette Analyse des Projekts durch. Das kann bis zu zwei Wochen dauern, danach erstellt Solectrix ein Angebot über die Kosten, zur Verfügung stehenden Optionen und dem Projektablauf. Diese Vorgehensweise scheint erfolgreich. »Nur etwa 5 Prozent der Angebote, die wir ausgeben, werden nicht angenommen. Letztes Jahr waren es zwei« freut sich Jürgen Steinert. Auch im Projektablauf zeigt sich der Dienstleistungsgedanke von Solectrix, denn Transparenz und der ständige Kontakt mit dem Kunden gehört dazu. Zudem hat er die Möglichkeit, nicht nur mit dem Projektleiter Kontakt aufzunehmen, sondern mit jedem einzelnen Entwickler.