Agilent: Gut simuliert = schnell entwickelt

Eine fünffach schnellere Transientensimulation für Wireless-ICs verspricht Agilent mit der neuen Version 4.2 der »GoldenGate«-Simulationssoftware. Außerdem bietet das Tool neue Mixed-Signal-Simulationsfunktionen, die die RFIC-Entwicklung weiter beschleunigen sollen.

RFIC-Entwickler konnten bisher nur einen Bruchteil dessen simulieren, was vor der Herstellung der ersten Prototypen wünschenswert wäre«, sagt Marc Petersen, Product Marketing Manager bei der EEsof EDA Division von Agilent. »Oft entgehen ihnen Design-Probleme, das macht zusätzliche Iterationsschritte erforderlich und geht ins Geld.« Abhilfe schaffen soll hier die neue Version 4.2 der »GoldenGate«-Simulationssoftware. »Sie nutzt neu entwickelte Verfahren, mit denen man HF-/Mixed-Signal-Probleme schon in einer frühen Phase des Design-Zyklus erkennen kann«, so Petersen.

»GoldenGate« ist eine Simulations- und Analysesoftware für den integrierten Entwurf von RFICs. Ihre speziell auf die Anforderungen hochintegrierter, komplexer RFIC-Designs zugeschnittenen Algorithmen ermöglichen es, komplette Transceiver vollständig zu charakterisieren, bevor sie in Silizium gegossen werden. Um die Produzierbarkeit der Chips zu gewährleisten und die Anzahl der Design-Iterationen zu reduzieren, arbeitet »GoldenGate« beim Entwurf von Mixed-Signal-RFICs sowohl mit der Frequenzbereichs- als auch mit der Zeitbereichs-Simulation.

»Beim Entwurf von RFICs liefern Transienten-Simulationen Ergebnisse im Zeitbereich«, fährt Petersen fort. »’GoldenGate 4.2’ bietet Verbesserungen bei der Transientensimulation und läuft auf Single-Core-Computern zwei- bis viermal so schnell wie bisher, auf Quad-Core-Computern sogar fünfmal so schnell. Diese Verbesserungen tragen auch zu einer schnelleren Frequenzbereichsimulation bei.« Dank der schnelleren Simulation können Anwender beim RFIC-Design mehr statistische Design-Methoden anwenden als bislang, ohne die meist knappen Entwicklungszeitvorgaben zu überschreiten.

DSS (Digital State Sweeping), eine neue Funktion der »GoldenGate 4.2«, bietet eine automatisierte Lösung für das Problem, ein HF-Design über seine zahlreichen digitalen Steuerungszustände hinweg zu wobbeln. Eine solche Wobbelung manuell durchzuführen, ist sehr zeitaufwendig. DSS automatisiert die Verifizierung der Steuerzustände und ermöglicht sowohl Schnittstellen- und Konnektivitätstests als auch Digital-RF-Konnektivitäts-Debugging. Dadurch können Digital- und HF-Teams gleichzeitig an einem Design arbeiten.

Zudem bietet »GoldenGate 4.2« die Möglichkeit, Mixed-Signal-Simulationen an einer Kombination aus HF- und     Digitalschaltungen durchzuführen, die durch Verilog-AMS-Blöcke repräsentiert werden. Ebenfalls neu sind Wireless-Signalquellen des Agilent »Ptolemy Simulators«, darunter Sender-/Empfänger-Signale für 802.11(WiFi), 802.16 (WiMAX/WiMAN), TDSCMDA, 3GPPFDD sowie benutzerdefinierte Signale. Last but not least ermöglichen verbesserte Monte-Carlo-Algorithmen (Latin Hypercube Sampling und Hammersley Sequence Sampling) eine schnellere Monte-Carlo-Simulation mit fünf- bis zehnmal weniger Versuchen.