20. Internationaler Auto & Umwelt Kongress bei AVL in Graz

Unter dem Motto »60 Jahre Innovation« lud AVL List, anlässlich ihres 60-jährigen Jubiläums, das Who-is-who der Automobil- und Zulieferindustrie zum 20. Internationalen Auto & Umwelt Kongress in Graz ein. Thema der Veranstaltung war: »120g/km – Wo bleibt eigentlich der Fahrspaß?«

So war es nicht verwunderlich, dass Prof. Dr. Hans List, CEO und Sohn des AVL-Gründers Helmut List, sich die Zeit für ein Resümee der vergangenen 60 Jahre sowie einen Ausblick in die Zukunft des Automobilbaus nahm. »Die Anforderungen an ein Automobil und dessen Technologien waren noch nie so komplex wie heute«, eröffnete Prof. List die Pressekonferenz im Rahmen des Kongresses. Deshalb ist aus seiner Sicht die Automobilindustrie, ein enorm expandierender Industriezweig, dem ohne Frage ein starkes Wachstum bevorsteht.

»Daher ist es an der Zeit, in Zukunft unsere Umwelt und Ressourcen zu schützen und mit ihnen effizient umzugehen«, so Prof. List in Hinblick auf das Wachstumspotenzial. Für AVL List ist es daher von oberster Priorität in Zukunft den Blick »weg vom Motor und hin zum gesamten Antrieb« zu wenden. Um diesen Entwicklungsschritt zu bewerkstelligen, übernahm das Unternehmen kürzlich ein Antriebsexperten-Entwicklungsteam von Steyr, um »den gesamten Nervenstrang abdecken zu können«. Außerdem engagiert sich AVL List in einem Forschungsprojekt für Zellsimulationen für Batteriezellen in Zusammenarbeit mit einem europäischen Forscherteam, wofür AVL List das Sicherungs-Package bereit stellt.

Für Prof. List »wird der Microhybrid und der Teilhybrid aber auch der Range-extender für den reinen Elekroantrieb in naher Zukunft eine tragende Rolle spielen. In zehn Jahren werden diese vielleicht schon 80 Prozent der Neuwagen ausmachen«. Aus Sicht des CEOs hat Europa den Hybrid zu lange vernachlässigt, da die vielen Nebenerscheinungen dieser Technologie, neben dem reinen Powertrain, erst später entdeckt wurden. »Diese aber haben den Fahrzeugbau mit vielen neuen Spielregeln revolutioniert«, fasste Prof. List zusammen.

Als einen weiteren Umbruch in der Automobilindustrie macht Prof. List den Bereich Software für Steuerungen aus: »Wir haben intensiv in unsere Belegschaft investiert, vor allem im Bereich Software«. Und auf die Frage, wo  AVL List heute bei den technologischen Durchbrüchen steht, antwortete er: »Wenn wir die Antriebe genau kennen und eine umfangreiche Software dafür bereit stellen können, erst dann ist eine umfassende Simulation überhaupt möglich – sprich Durchgängigkeit. Die Software wird in Zukunft ebenfalls eine tragende Rolle spielen.«

»Die gesamtheitliche Betrachtung und Erfassung des Motors ist ebenso wie die Software der entscheidende Faktor für die Zukunft«, so Prof. List. »Mit den technologischen Fortschritten wird auch irgendwann die Gradwanderung bei den Wasserstoffantrieben überwunden werden. Aber nur, wenn auch dort ein Range-extender wie bei den Elektroantrieben möglich ist. Heute ist es noch zu komplex und zu kostenintensiv, Elektrizität über Wasserstoff zu generieren«. Aber so ist sich der CEO von AVL List sicher, das in Zukunft eine deutlich größere Vielfalt von Antriebstechnologien zur Verfügung stehen wird.

Aus diesem Hintergrund heraus wurde auch das Firmenlogo neu aufgelegt. Es basiert auf der Abstraktion des Kaleidoskopgedankens, wo die einzelnen Elemente immer in Interaktion zueinander stehen und einzigartige Bilder ergeben. Die fünf Elemente des AVL-Kaleidoskops sind: Powertrain, Engineering, Instrumentation, Test Systems und Simulation-Technologies. Momentan beschäftigt AVL List weltweit rund 4300 Mitarbeiter, davon knapp 2000 am Standort Graz, und konnte im Bilanzjahr 2007 einen Umsatz von 625 Millionen Euro erwirtschaften.